3.10.11 22:22


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Ruhepause ...

Mir gehts es momentan viel zu gut, als dass ich das hier jetzt weiterführen könnte.

Deshalb werde ich diesen Blog erstmal eine weile ruhen lassen ...

14.12.08 13:07


Kapitel VII: Vom Morgen danach und zahlreichen Telefonaten

Wie ich den nächsten Morgen überstanden habe weiß ich heut nicht mehr. Immer wieder klingelten Nachbarn an der Tür und wollten wissen wie es uns geht. (Ganz ehrlich? Das wollt ihr doch eigentlich nicht wirklich wissen. Denn dann müßtet ihr euch doch tatsächlich mit dem Thema auseinander setzten).
Ich erwiderte meist: “Geht so. Wir kommen zurecht.” (Ja was glaubt ihr denn wie es uns geht? HALLO?? Was soll denn die bescheuerte Frage. Ich habe gerade meinen Mann verloren und die Kinder ihren Vater. Wie soll es und denn da einen bitte schön gehen?)
Irgendwann klingelte das Telefon und ein Arbeitskollege von meinem Mann war dran. Er wollte wissen ob er noch kommt.
Ja richtig, hatte ich total vergessen, an dem Tag gab es einen Ausflug von der Firma aus.
Ich wollte es eigentlich gar nicht sagen, aber ich mußte es tun. Nachdem ich eine Weile lang nichts am Telefon zu hören war, kam ein leises “Das kann ich nicht glauben”.
Es war nicht nur irgendein Arbeitskollege, sondern auch sein bester Freund den ich da gerade am Telefon hatte.

16.11.08 22:21


Kapitel VI: Von Brüdern und ruhigen Nächten

Ich kann mich noch sehr gut an meinen Bruder und dessen Reaktion erinnern. Immer wieder schlug er mit der Faust gegen den Türrahmen und sagte mehrmals: ”Das kann nicht sein!”
Meinen Bruder so zu sehen war schon irgendwie merkwürdig. Schließlich bin ich diejenige die nahe am Wasser gebaut ist und ihre Emotionen zeigt und nicht er. Aber an diesem Tag war es genau anders herum. So wie alles an diesem Tag anders zu sein schien.
Als ich mit den Kindern zu mir nach Hause gegangen bin habe ich nur ein Telefonat geführt. Ich hab meine Freundin angerufen und es ihr erzählt, ich weiß noch wie ihr Mann ihr den Telefonhörer überreicht hat und meinte ich würde verzweifelt klingen.
Danach bin ich ins Bett gegangen und die Kinder sind auch sofort eingeschlafen. Erstaunlicherweise habe ich in dieser Nacht recht gut schlafen können. Allerdings war es auch die letzte ruhige Nacht in den folgenden Monaten.

6.11.08 08:22


Kapitel V: Von Priestern und fragenden Kinderaugen

Wir fuhren wieder nach Hause. Auf der Fahrt gingen mir unzählige Dinge durch den Kopf. Hatte ich die Waschmaschine eigentlich angeschaltet?
(... nicht an Jens denken.)
Und was ist mit den Kinder? Sie müssen noch zu Abend essen.
(...ein Abendessen ohne ihren Vater. Nicht daran denken! Alles wir gut. Gleich bin ich zu Hause und er wartet schon auf mich...)
Und warum wußten meine Muter und meine Kinder schon was passiert war?
Mein Mann verstarb doch noch bevor ich im Krankenhaus ankam.
Die Ärzte verständigten die Polizei und die Polizei unseren Pastor. Er stand erst bei uns vor der Tür. Ein Nachbar sagte ihm, dass wir vielleicht bei meiner Mutter wären. Sie wohnt nur eine Straße weiter.
Als der Pastor bei meiner Mutter an der Tür geklingelt hatte, fragte sie nur: “Ist er tot?” Unser Pastor hatte wohl nicht mit der Frage gerechnet. Denn seine Antwort war: “Sie wissen es noch nicht?”
Was meine Mutter betrifft kann ich nur sagen, das in dem Moment genau der Richtige bei ihr war.
Als ich wieder zu Hause ankam, war der Pastor schon wieder fort, aber mein Bruder war da. Tat gut ihn auch dazuhaben.
Mein Jüngster wollte wissen, warum ich denn nun den Papa nicht wieder mitgebracht habe und meine Große fragte nur ganz traurig: “Haben die Steine kein Glück gebracht?”

15.10.08 17:29


Kapitel IV: Von Ärzten und Türen

Der Arzt kam und nahm uns mit in ein Zimmer. Er setzte sich hin, und noch ehe ich mich irgendwo hinsetzen konnte, sage er: “Ihr Mann ist tot.”
(... ist tot, echote es in meinem Kopf)
Es folgte ein schier endloser Monolog des Arztes was passiert sei und warum sie ihn nicht mehr retten konnten. Ob ich ihn noch mal sehen könne, wollte ich wissen. Besser nicht. Ich hätte ihn nicht mehr erkannt hieß es.
Mein Stiefvater fragte: “Geht’s dir gut? Brauchst du eine Beruhigungsspritze?” “Nein”, sagte ich und ging.
Da stand ich nun auf dem Flur, ein paar Meter von meinem Mann entfernt. Nur eine Tür trennte uns.
(nur eine Tür?)
Der Arzt gab mir eine Tüte. Seine Motoradjacke und -hose. Und sein Helm. Sah gar nicht mehr aus wie ein Helm.
(“Das ist der beste Helm den man zur Zeit kaufen kann, sogar die Rennprofis tragen ihn”, hörte ich meinem Mann in diesem Moment sagen.)
Mein Stiefvater und ich gingen hinaus, auf den Parkplatz. Er rief meine Mutter an um ihr zu berichten was wir gerade vom Arzt erfahren hatten. Sie wußte es schon. Die Kinder auch.

11.9.08 16:04


Kapitel III: 30 Minuten oder wie lang eine Ewigkeit ist

Meine Mutter nahm die Kinder mit zu sich und versuchte ihnen zu erklären, das der Papa einen schweren Unfall gehabt hätte.
Mein Stiefvater und ich fuhren sofort los. Zum Krankenhaus.
Totenstille. Kein Wort, kein Radio.
(Wie schön es doch draußen ist.)
Nur das friedliche surren vom Automotor war zu hören.
Wir brauchten etwas mehr als eine halbe Stunde. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor.
Da waren wir. Am Krankenhaus. Ich wollte nicht reingehen.
(Mein Gott, die Bäume. Weiß eigentlich jemand wie wunderbar die Bäume hier am Parkplatz sind?)
Wir gingen ins Krankenhaus. An der Anmeldung sagte man mir, ich sollte mich in der Notaufnahme melden. Auf dem Weg dorthin schaute ich nach draußen. Die Sonne ging langsam unter und tauchte den Himmel in den schönsten Rot- und Gelbtönen die ich je gesehen hatte.
(Dies ist wahrlich ein schöner Tag zum sterben. Sterben?)
Bei der Notaufnahme angekommen erklärte ich der Krankenschwester warum ich da sei. “Oh”, sagte sie, “der Arzt kommt gleich”.

26.8.08 17:04


Kapitel II: Von Polizisten und Schlüsseln

Ein paar Minuten später, ich war gerade im Schlafzimmer die Wäsche wegräumen, als ein Auto bei uns auf den Hof fuhr. Ich schaute aus dem Fenster und sah einen Streifenwagen der Polizei.
Ein Polizist stieg aus. Er hatte eine Schale bei sich in der die Schuhe, die Geldbörse und die Schlüssel von meinem Mann waren.
(Der Rettungshubschrauber?)
Danach lief alles wie im Film, (wie ein Film?), ab.
Man fragt mich ob ich einen Jens *** kennen würde und als ich das bejahte erzählten sie mir was passiert war. Mein Mann hatte einen Unfall hieß es, es sei auf einen LKW aufgefahren. Die Rettungskräfte haben fast eine Stunde versucht ihn noch am Unfallort zu stabilisieren, damit sie ihn mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus bringen konnten.
(Der Hubschrauber ....)
Die Kinder hatten nicht mitbekommen, dass die Polizei da war. Sie waren noch draußen, im Garten.
Einer der Beamten fragt mich wo das Telefon sei und ob sie jemanden für mich anrufen sollten. Ich gab ihnen meine Telefonliste und meinte nur: “Macht was ihr wollt ...”
Leider brachten die Telefonate keinen Erfolg. (Nie ist jemand da wenn man ihn braucht)
Die Polizisten wollten gerade wieder los, als meine Mutter und ihr Mann ankamen. Meine Mutter stieg aus, sah das ich total am Ende war. Ich konnte nur ein “Jens” herrausbringen. Und sie fragte: “Der Hubschrauber?”
Tage danach erfuhr ich, das die Straße wegen dem Unfall gesperrt war und viele hier aus der Nähe hatten warten müssen darunter auch meine Mutter und ihr Mann. Mein Bruder war auch da.

25.8.08 15:22


Kapitel I: Von Hubschraubern und Glückssteinen

Mai 2003. Es ist ein herrlich warmer Frühlingstag.
Mein Mann spielte mit unseren Kindern (3, 6 und 8 Jahre alt) im Garten während ich in der Küche stand und das Mittagessen kochte. Unsere Große war schon ganz aufgeregt, sie hatte ihrem Vater noch nicht ihr Geschenk überreicht, das sie extra für ihn in der Schule gebastelt hatte. Denn es war ist nicht irgendein Tag, nein, es war ChristiHimmelfahrt, im Volksmund auch Vatertag genannt.
Als wir beim Mittagessen saßen holte sie zwei weiße Steine hinter ihrem Rücken hervor, auf denen sie Marienkäfer gemalt hatte. Sie übergab die Steine mit feierlichem Ausdruck ihrem Vater und sagte: “Das sind Glückssteine Papa. Nur für dich, damit sie dir Glück bringen und dich beschützen.”
Mein Mann nahm die Steine, drückte unsere Große kurz an sich und bedankte sich. Einen Stein legte er auf die Fensterbank in der Küche, den anderen steckte er sich in seine Hosentasche.
Wie ich später feststellte, was es das letzte mal, dass ich die Steine gesehen habe.
Nach dem Essen waren die Kinder müde und wollten nicht mehr raus. Das nahm mein Mann zum Anlaß doch noch eine kleine Spritztour mit dem Motorrad zu unternehmen. Kurze Zeit später fuhr er dann auch schon vom Hof. Als er dann um die Ecke bog, schaute er nochmal herrüber und hat den Kindern und mir zugewunken. Mein Mann und ich schauten uns noch kurz in die Augen, welch ein zufriedener Ausdruck dachte ich noch so bei mir, und dann war er auch schon weg.
Ich ging wieder ins Haus und fing an das Geschirr wegzuräumen.
Einige Zeit später, ich weiß nicht mehr wie viel später und was ich in der Zeit schon alles getan hatte, kamen die Kinder ganz aufgeregt zu mir gelaufen und riefen: “Mama, schnell. Komm raus. Da fliegt ein Hubschrauber!”
(Ein Hubschrauber? Hier? Das muß wohl einer von der Bundeswehr sein.) Ich ging raus und schaute hoch. (Doch es war keiner von der Bundeswehr. Ein Rettungshubschrauber schoß es mir durch den Kopf. Rettung? Für wen?)
Die Kinder standen mitten im Garten und winkten und jubelten den Hubschrauber zu als gäbe es kein Morgen mehr.
Für jemand ganz speziellen sollte es auch so sein.

24.8.08 17:09


Vorwort

Wenn ich mich kurz vorstellen darf: Ich heiße, nun gut, das tut hier dann doch nichts zur Sache, ich bin 32 Jahre alt, Mutter von vier Kindern und Witwe.
Das was ich Euch zu erzählen habe ist nun etwas mehr als fünf Jahre her. Aber dennoch ist es mir als war es erst gestern, als die Polizei an der Tür schellte und mir die Sachen von meinem Mann übergab...
Es ist das Jahr 2003 mit dem mein Kapitel, meine Geschichte beginnt. Für jemand anderen sollte sich an diesem Tag ein Kapitel schließen.
Und das ist unsere Geschichte.

24.8.08 17:06


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